Die Aarmatt - Endlich hatte man ein eigenes Fussballfeld

Nach langen Jahren war dies die erste Heimstätte des SC Blustavia. Bisher hatte man jeweils Gastrecht bei verschiedenen Fussballvereinen für die Heimspiele auszutragen. Mit der Aarmatt, dort wo heute das Gaswerk der Stadt Solothurn steht, ging ein Traum von unserem Gründer, Hans Leuenberger in Erfüllung.

Der SC Blustavia stellte an die Stadt Solothurn ein Gesuch. Ziel war es endlich einen eigenen Fussballplatz und eine eigene Heimat zu haben. Der Gemeinderat der Stadt Solothurn entsprach am 02. September 1953 diesem Gesuch und ein Teil des Gaswerkareals in der Aarmatt wurde an uns verpachtet.

Der Fussballplatz auf diesem Areal wurde in Eigenregie erstellt. Ein Budget wurde erstellt und gemäss diesem kam der Bau des Platzes und eines Klubhauses auf knapp Fr. 10'000.--.

Die Arbeiten begannen so Ende 1953 mit dem Ziel, dass man die Anlage im August 1954 einweihen könnte. Doch die Baukommission verschlammpte die Arbeiten, der Einsatz der Mitglieder war nicht immer gut und so wurde Hans Leuenberger, als Präsident, hässig, wie man aus seinen schriftlichen Notizen von 1956 entnehmen kann.

Hier ein Auszug aus dem Jahresbericht von der GV vom 15. Juli 1954 von Hans Leuenberger:

"Was die Bau-Arbeiten auf unserem neuen Sportplatz anbelangen, musste ich bereits in meinem letzten Jahresberichte die Arbeitsleistungen gewisser Mitglieder sehr bemängeln. Damals war vorgesehen, die Anlage am 8. August 1954 einzuweihen. Trotz stark forciertem Arbeitseinsatz reichte aber das Ergebnis bis zum besagten Termin nicht einmal zur Hälfte des vorgesehenen Arbeits-Pensums und an eine festliche Platzeinweihung war unter diesen Umständen somit nicht zu denken. Dieser Anlass ist nunmehr auf den 21. August 1955 anberaumt worden. Noch ist aber enorme Arbeit an unserer Sportplatzanlage zu leisten, damit sie sich bis zu diesem Zeitpunkt in voller Schönheit und Sauberkeit präsentieren kann. Eine erstaunlich grosse Anzahl von Vereinsmitgliedern scheint immer noch nicht erfasst zu haben, worum es eigentlich bei unsern Frondienst-Leistungen geht. Letzte und höchste Anstrengungen sollen nun unternommen werden, damit entlich das gesteckte Ziel erreicht wird. Wir wollen alle zusammen hoffen, dass auch der letzte Blustavianer unserem neuerlichen Aufruf zu restlosem Einsatz verständnisvoll, uneigennützig und hilgsbereit Folge gibt."

Trotzdem konnte man ab Oktober 1954 auf dem Platz spielen. Endlich hatte der 15jährige Verein seine Heimat gefunden. Der Spielbetrieb konnte somit auf dem neuen Sportplatz aufgenommen werden. Die Platzeröffnungsfeier fand allerdings erst im August 1955 statt. Die Kosten wurden aber von der Platzkommission in unerwartete Höhen getrieben. Leider war diese Kommission nicht transparent und die Mitglieder wussten lange nicht was da abging. Unter dieser Kostenverteuerung musste der Verein noch lange Jahre bluten.

Die Plakate konnten stolz gedruckt werden und in der Stadt wurde für die Spiele mit diesen Plakaten um Zuschauer geworben.

Das grosse Ereignis stand jedoch noch an, nämlich die Einweihungsfeier. Die Anlage war fertig gebaut und ein kleines Schmuckstück war entstanden.

Ein Bericht über die Baugeschichte und über die unendliche Geschichte eines eigenen Fussballplatz wurde in den Unterlagen gefunden. Wir nehmen an, dass dieser vom Baukommissionspräsident Hans Leuenberger geschrieben wurde. Unterlegt mit den gefundenen Zeitdokumenten.

Während langer Jahre war der Sportclub Blustavia gezwungen, seine sämtlichen Spiel auswärts auszutragen, da in der Stadt Solothurn keine Sportanlage zur Benützung zur Verfügung stand. Es ist deshalb verständlich, dass in den Reihen des jungen Sportclub der Ruf nach einem eigenen Platz immer lauter wurde. Auf ein entsprechendes Gesuch hin beschloss die Gemeinderatskommission der Stadt Solothurn am 2. September 1953, dem SCB das nötige Terrain zum Ausbau einer Sportanlage in der Aarmatt zur Verfügung zu stellen. Der mit dem damaligen Pächter abgeschlossene Pachtvertrag war jedoch erst auf den 1. Oktober 1955 kündbar. Durch ein feundliches Entgegenkommen des Pächters konnte jedoch bereits im Herbst 1953 mit den ersten Vorarbeiten begonnen, die ersten Planierarbeiten ausgeführt werden.

Der eigentliche Bau wurde im Frühjahr 1954 an die Hand genommen. Das Spielfeld, das eine Grösse von 94 x 65 m aufweist, musste geebnet, ausgebessert und nachgesät werden. Eine grössere Restparzelle sollte als Trainingsfeld dienen. Das Clubahus, von einer Spezialfirma nach eigenen Plänen erstellt, sah bereits letzten Sommer seiner Vollendung entgegen. Zwei grosse Ankleideräume dienen der Gast- und Platzmannschaft, ein Aufenthaltsraum ist für Sitzungen etc. vorgesehen; der Douchenraum bietet zwei Mannschaften gleichzeitig genügend Platz. Selbstverständlich verfügt auch der Schiedsrichter im neuen Clubhaus über ein eigenes Zimmer. Sämtliche Installationen, Gas, Wasser und Licht, wie auch alle diese Zuleitungen und der gesamte Innenausbau wurden von Mitgliedern erstellt und ausgeführt. Gas, Wasser und Kanalisation konnten bei den bereits bestehenden Anlagen im Gaswerk angeschlossen werden.

Die ganze Sportanlage wird von Pappeln umsäumt; eine Bretterwand schützt den Platz vor Zaungästen. Die Zugangs- und Zufahrtsmöglichkeiten dürfen als sehr gut bezeichnet werden; den Autos steht ein genügend grosser Parkplatz zur Verfügung. Es dürfte interessant zu wissen sein, dass für den gesamten Ausbau total über 2200 Stunden Frondienstleistungen der Mitglieder des Sportclubs notwendig waren.

Am 20. und 21. August 1954 fand die Platzeinweihung des SC Blustavia statt hier die erhaltenen Veröffentlichungen in der Presse:

Solothurner Zeitung August 1955: Endlich hat auch der Sportclub Blustavia seinen Sportplatz

Nach einer Odyssee von 16. Jahren, während man sich in Rüttenen, Gerlafingen und Zuchwil vorübergehend Gastrecht sicher musste, steht nun dem am 20.7.39 von sieben Fussballbegeisterten aus dem Blumensteinquartier - daher der brasilianisch klingende Name - gegründete Sportklub Blustavia Solothurn ein eigener Sportplatz zur Verfügung. Am 20. und 21. August feiert der SCB die Einweihung seiner Aarmatt. Die Gründer hätten sich wohl seinerzeit eine solche Entwicklung kaum auszudenken gewagt. Die Geburt der Vereines fiel ja in eine ungünstige Zeit. Während des 2. Weltkrieges musste sich der junge Verein wie all die andern in der sportlichen Tätigkeit stark einschränken. Die Spieltätigkeit beschränkte sich auf Treffen gegen Tirmen- und Militärteams, gelegentlich mass man sich auch mit SFAV-Mannschaften.

Zu regelmässigem Spielbetrieb kam Blustavia erst mit dem im Jahre 1947 erfolgten Eintritt in den Schweizerischen Firmensportverband. Das im Tegionalverband Bern mitwirkende Team erspielte sich in den folgenden Jahren einige beachtliche Erfolge. So erkämpfte sich Blustavia 1948 und 1949 den zweiten Rang in der Meisterschaft, 1950 gewannen die Solothurner gar diesen Wettbewerb. Im Jahre 1951 erfolgte der Uebertritt in den SFAB. Mit einem zweiten Rang in der 4. Liga war der Start ein guter, schonn ein Jahr später konnte Blustavia zwei Mannschaften melden, von denen sich das A-Team den Augstieg in die 3. Liga sicherte. In dieser Klasse machte Blustavia sofort wieder gute Figur. Die Meisterschaft 1953/54 beendete es im 3., die folgende im 2. Rang. Einige spätere Spitzenspieler holten sich im SCB die fussballerische Grundschulung. So spielten z.B. Ruedi Jenny und Charly Bernet in den ersten Jahren nach der Gründung im SC Blustavia.

Nicht sportliche Erfolge aber waren es, die der SCB in erster Linie anstrebte. Die Pflege der Kameradschaft war und ist sein erstes Anliegen. Diese saubere Einstellung zum Sport ist wohl der Grund, weshalb sich der SCB trotz zahlreicher Widerwärtigkeiten zu einem festen Gefüge entwickeln konnte, in dem 60 aktive Fussballer das Pendant zu ihrem Beruf finden.

In kameradschaftlicher Zusammenarbeit haben diese wahren Idealisten unter den Fussballern auch ihren Sportplatz geschaffen. Im Jahre 1953 hatten sie sich an die Einwohnergemeinde Solothurn mit dem Ersuchen gewandt, man möge ihnen zu einem eigenen Platz verhelten. Am 2. September 1953 beschloss die Gemeinderatskommission, es sei dem Gesuchsteller das zum Ausbau einer Sportanlage nötige Terrain in der Aarmatt zur Verfügung zu stellen. Noch im Herbst des gleichen Jahres machten sich die Fussballer an die Arbeit; es wurden die ersten Planierungsarbeiten ausgeführt. Voll konnte dann im Frühjahr 1954 mit der Arbeit eingesetzt werden. Die ersten Spiele wurden im Herbst des gleichen Jahres ausgetragen. Die gesamte Platzgestaltung wurde von Vereinsmitgliedern ausgeführt. Es wurde ein Spielfeld von 94 x 64 m bereitgestellt, eine Spezialfirma erstellte ein Klubhaus nach den Plänen eines Vereinsmitgliedes. Der Innenausbau dieses Klubhauses, die Installation von Gas, Wasser und Licht, wie auch sämtliche Zuleitungen wurden selbst ausgeführt. In 2200 Stunden Fronarbeit ist eine Sportanlage entstanden, auf die der SCB stolz sein darf, die ihm eine weitere gedeihlihce Entwicklung sichern dürfte. Was lange währt, wird enlich gut. Hier erhält das Sprichwort seinen Sinn. Wie sehr die Bereitstellung eines weiteren Sportplatzes Gebot war, zeigt die Tatsache, dass sich jetzt schon 5 weitere Vereine das Gastrecht auf der Aarmatt gesichert haben.

 

Neue prächtige Sportanlage des SC Blustavia Solothurn (Solothurner Anzeiger 19. August 1955)

Als wir erstmals eine Spaziergang vom Hauptbahnhof Solothurn am neuen Zeughaus vorbei Richtung Zuchwil unternahmen und dort links aarwärts abbogen, waren wir geradezu erstaunt, in welch herrlicher Landschaft der neue Sportplatz eines rührigen Solothurner Fussballklubs der 3. Liga dort in 2200 (!) Fronstunden entstanden war. Nächsten Samstag und Sonntag erfolgt nun

die festliche Platzeinweihung.

Es darf dies nicht nur als ein Grossereignis für den löblichen SCB, sondern für die Stadt Solothurn und Umgebung gebucht werden.

Wer ist der Sportclub Blustavia?

Wir können ihn wie folgt vorstellen: Es ist ein Sportverein, der allem voran die Kameradschaftstreue, also das stellt, was man einen flotten, guten Sportsgeist nennt. Es wird in erster Linie darauf gehalten, dass sich einer in Beruf und Familie und im gesellschaftlichen Kreis bewährt. Es wird darauf geachtet, dass der Fussballsport als ein Stück Kultur gelten kann. Wo diese sportliche Auffassung dominiert, da bleiben auch die sportlichen Erfolge nicht aus. Ein Fähnlein der sieben Aufrechten - es waren sieben noch sehr junge Kameraden - hat am 20. Juli 1939 den Grundstein zu diesem heute gesellschaftlich und sportlich in weitesten Kreisen geschätzten Verein gelegt. Es waren sieben junge Kameraden aus dem Blumensteinquartier, woraus sie übrigens ihren Sportclub den Namen Blustavia ableiteten. Während vieler Jahre beteiligten sich die Blustavianer an der Meisterschaft des Schweizerischen Firmensportverbandes. Sie holten sich jeweilen den 1. Rang in den Jahren 1949 (Bernische Firmensporttage), am Turmix-Fussballturnier in Murten, und zwar dreimal nacheinander, d.h. in den Jahren 48, 49 und 50, und wurden Gewinner des wertvollen Wanderpreises. Wiederum 1950 in Bern gewann der Sportclub Blustavia die Firmenfussball-Meisterschaft. Das sind hervorragende fussballsportliche Erfolge. In Paris und in Dänemark wurden auch internationale Begegnung mit Erfolg ausgetragen. Einem Sportklub mit soch gesunder Sportsauffassung gehört sein eigener Fussballplatz! Wir nehmen an, dass auch unsere Stadt- und Bürgergemeindeväter diesen gesunden Bestrebungen eine offene Hand bekundet haben. Dies will etwa nicht als nötiger Wink mit dem Zaunpfahl aufgefasst sein, denn wenn der Herr Stadtammann zum offiziellen Anlass der Blustavianer seine Zusage gegeben hat, so ist dies diesen strebsamen jungen Männern wohl zu gönnen und wird der entsprechende geistige und klingende Obolus bereits spendiert sein.

 

Alle Achtung, der SCB hat sein

Spielfeld in der Grösse von 94 x 65 m

in eigener Fronarbeit spielbar bereitgestellt. Es steht zudem noch eine schöne Restparzelle als Traininsplatz zur Verfügung. Auch das gediegene Clubhaus, inklusive alle Pläne, sind Eigenarbeit der Blustavia-Mitglieder. Dieses umfasst grosse Umkleideräume für Gast- und Platzmannschaft, einen Aufenthaltsraum, Schiedsrichter, Duschen- und Toilettenraum. Sämtliche Installationen (Gas, Wasser, Licht) wie alle Zuleitungen wurden ebenfalls von den Clumitgliedern selber erstellt. Prächtige Pappel umsäumen die Sportanlage. Zugangs- und Zufahrtsmöglichkeiten dürfen als vorzüglich bezeichnet werden, und auch für Autos steht ein genügend grosser Parkplatz zur Verfügung

Die festlichen und sportlichen Anlässe

beginnen morgen Samstag um 20.15 Uhr in der wie noch selten reich und festlich dekorierten Reihalle mit einem grossen Bunten Abend. Der vom Zirkus Knie bestbekannte Clown Andreff bildet eine Gross-Attraktion. Luftakrobatische Einlagen und eine Reihe von Ueberraschungen sorgen für Unterhaltung und Kurzweil. Besonders sei das Orchester The Alexandeers Basel (10 Musiker) erwähnt.

Fussballerherzen schlagen höher, wenn man das sprotliche Programm überblickt. Nächsten Sonntag um 10 Uhr spielt im freundschaftlichen Spiel Blustavias zweite Garnitur gegen den FC Zuchwil.

Am Sonntag-Nachmittag, Beginn um 14.30, Blustavia 1 - Luterbach 1

In grosszügiger und verdankenswerter Weise haben sich unsere bestrenommierten Clubs der Nationalliga A, resp. B

FC Grenchens 1. Mannschaft und FC Malley Lausanne

zur Verfügung gestellt, um auf sportlichem Gebiet zweifelsohne Bestes zu bieten, zumal es der letzte Galopp zur nächsten Sonntag beginnenden Meisterschaft bedeutet. Dieses Treffen folgt im Anschluss an das obige Spiel.

Wir glauben, dass es keine weiteren Worte bedarf. Diese einmalige Veranstaltung empfehlen sich allen Sportfreunden aus nah und fern selber. Der SCB verdient aufrichtige Sympathie und guten Besuch! Wir beglückwünschen die Blustavianer zu ihrem Idealismus und flotten Sportgeist, der Voraussetzung zu dieser prächtigen Sportanlage war, die sich auf diesem Gebiete als ein Schmuckstück für die Stadt Solothurn und Umgebung präsentiert.

Aus dem offizielen Matchprogramm

Weitere Presseberichte

 

 

 

 

Trotz aller Freude über den eigen Platz war doch zum Schluss eine enorme Kostenüberschreitung zu Stande gekommen. Budgetiert war am Anfang knapp Fr. 10'000.--, danach wurde es auf Fr. 16'000.-- korrigiert und gekostet hat das Ganze zum Schluss etwas über Fr. 27'000.--. Finanziert waren Fr. 15'000.-- und es blieben Schulden von mehr als Fr. 12'000.-- übrig. So musste man noch lange Jahre diese Schulden abzahlen.

 

Unterlagen über den Sportplatz Aarmatt mit Verträgen, Einweihungfeier, Bauabrechnungen usw.
Beschluss Gemeinde 1
Beschluss Gemeinde 2
Beschluss Gemeinde 3
Brief Polizei
Brief Mitglieder
Mitteilung Bauko
Brief an Pfister
Platzabhahme
Platzkommission 1
Platzkommission 2
Plakate 1
Plakate 2
Einweihung 1
Einweihung 2
Einweihung 3
Einweihung 4
Kritik Hans 1
Kritik Hans 2
Kritik Hans 3
Kritik Hans 4
Kritik Hans 5
Kritik Hans 6
Platzbenützung
Bericht Plako 1
Bericht Plako 2
Bericht Plako 3
Bericht Plako 4
Bericht Plako 5
Bericht Plako 6
Bauabrechnung 1
Bauabrechnung 2
Bauabrechnung 3
Bauabrechnung 4
Bauabrechnung 5
Bauabrechnung 6
Bauabrechnung 7
Bauabrechnung 8
Bauabrechnung 9
Bauabrechnung 10
Bauabrechnung 11
Bauabrechnung 12
Bauabrechnung 13
Bauabrechnung 14
Bauaabrechnung 15
Bauabrechnung 16
Bauabrechnung 17
Katasteramt 1
Katasteramt 2

 

Dokument geschrieben von Tom Wälti - Januar bis März 2014